Kraft von Natto

Soja-Isoflavone in Natto. Was sie sind und was die Forschung beschreibt

Marek Kołodziejski 7 min czytania
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Soja-Isoflavone klingen wie ein Laborname, haben jedoch eine recht farbenfrohe Geschichte: einer wurde nach dem japanischen Wort für Soja benannt, der andere wurde in einem europäischen Färberstrauch entdeckt. In Zielona Góra stellen wir Natto aus fermentierter Soja her, und Isoflavone sind einer der natürlichen Bestandteile dieser Bohne. Wir haben hier zusammengestellt, was mit Sicherheit bekannt ist: woher ihre Namen kommen, wie die Fermentation sie verändert und was die wissenschaftliche Literatur über sie sagt.

⚠️ Nehmen Sie gerinnungshemmende Medikamente ein (zum Beispiel Acenocoumarol oder Warfarin)? Natto ist eine der reichsten natürlichen Quellen für Vitamin K2, das die Wirkung dieser Medikamente beeinflussen kann. Besprechen Sie Ernährung und Nahrungsergänzung mit Ihrem Arzt. Lesen Sie die wichtigen rechtlichen und medizinischen Hinweise.

Kurz gesagt

  • Soja-Isoflavone sind natürliche Polyphenole aus der Gruppe der Phytoöstrogene, hauptsächlich Daidzein, Genistein und Glycitein.
  • In Soja kommen sie in einer an Zucker gebundenen Form vor, und während der Natto-Fermentation gehen einige davon in Aglykone über, also freie Formen.
  • Der Name Daidzein stammt vom japanischen Wort für Soja, und Genistein wurde im Färberginster, einem europäischen Färberstrauch, entdeckt.
  • In der Europäischen Union haben Soja-Isoflavone keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe (Verordnung (EG) 1924/2006), weshalb wir sie hinsichtlich Aufbau, Namensherkunft und der in Studien gemessenen Werte beschreiben.

Was Isoflavone sind und woher ihre Namen kommen

Isoflavone sind natürliche Polyphenole, die in Soja vorkommen. Sie werden zu den Phytoöstrogenen gezählt, da ihr Aufbau dem von Östrogenen ähnelt, daher auch der Name selbst: das griechische „phyton“ bedeutet Pflanze. Die drei am häufigsten beschriebenen sind Daidzein, Genistein und Glycitein, deren Namen eine interessante Herkunft haben. Daidzein erhielt seinen Namen von „daizu“, dem japanischen Wort für Soja. Genistein wurde Ende des 19. Jahrhunderts erstmals aus dem Färberginster (Genista tinctoria) isoliert, einem Strauch, der in Europa zum Gelbfärben von Geweben verwendet wurde, und aus seinem lateinischen Namen entstand das Wort Genistein.

Was die Fermentation mit Isoflavonen macht

Im rohen Sojakorn sind Isoflavone an ein Zuckermolekül gebunden, liegen also als Glykoside vor. Während der Natto-Fermentation lösen die Bakterien Bacillus subtilis Natto diesen Zuckerrest ab, und es entstehen Aglykone. Der Name selbst erklärt, worum es geht: „Aglykone“ bedeutet auf Griechisch eine Form „ohne Zucker“ (das Präfix „a“ steht für Abwesenheit, „glykys“ bedeutet süß). Es handelt sich nach wie vor um dieselbe Verbindungsgruppe, nur in freier Form. In der Literatur wird beschrieben, dass sich Aglykone von den gebundenen Formen hinsichtlich der Aufnahme unterscheiden. Dies ist eine Beschreibung des Aufbaus und des Prozesses, keine Aussage über eine Wirkung.

Was die einzelnen Studien beschreiben

Aglykon-Form und Fermentation

In Studien von Ping et al. (2012) und Xiang et al. (2022) wurde beschrieben, dass die Fermentation von Natto durch verschiedene Bacillus subtilis-Kulturen den Gehalt an Isoflavonen in Aglykon-Form sowie das im Labor gemessene antioxidative Potenzial der Proben beeinflusst. Es handelt sich dabei um Ergebnisse von Laboranalysen zur Zusammensetzung und den Eigenschaften von Proben, nicht um klinische Studien am Menschen.

Beobachtungsstudien am Menschen

In der Kohortenstudie Takayama (Nagata et al., 2017) wurde der Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Soja und Natto und der Sterblichkeit in einer japanischen Bevölkerung analysiert. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die Korrelationen in einer bestimmten Bevölkerung beschreibt, keinen kausalen Zusammenhang belegt und keine Zuschreibung konkreter Wirkungen an Natto erlaubt. Die Ergebnisse lassen sich nicht direkt auf andere Bevölkerungen übertragen.

Warum die Reaktion unterschiedlich ausfallen kann

Die individuelle Reaktion auf Isoflavone kann unterschiedlich ausfallen, unter anderem aufgrund der Darmflora. Ein Teil des Daidzeins wird von Darmbakterien in eine Verbindung namens Equol umgewandelt, doch nur ein Teil der Bevölkerung besitzt diese Fähigkeit. Dies ist einer der Gründe, warum die Ergebnisse der Isoflavon-Forschung so uneindeutig sind.

Isoflavone in unserem Natto

Isoflavone sind ein natürlicher Bestandteil jeder Soja, daher sind sie in unserem gesamten Natto enthalten. Am deutlichsten zeigt sich dies beim frischen Natto, da es schlicht Soja direkt nach der Fermentation ist, ohne weitere Verarbeitung. Wir stellen es in Zielona Góra aus zertifizierter Bio-Soja her.

Sicherheit und Vorsicht

Natto ist ein Lebensmittel, das für die meisten gesunden Menschen unbedenklich ist. Da Isoflavone Phytoöstrogene sind und Natto reich an Vitamin K2 ist, ist es in einigen Situationen ratsam, Vorsicht zu walten und den Sojaverzehr mit einem Arzt zu besprechen.

Dies betrifft insbesondere Personen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen (zum Beispiel Vitamin-K-Antagonisten wie Warfarin oder Acenocoumarol), aufgrund des Vitamin-K-Gehalts in Natto. Vorsicht ist auch bei hormonabhängigen Erkrankungen oder nach deren Auftreten sowie bei Schilddrüsenerkrankungen geboten, insbesondere bei hohem Sojaverzehr. Natto enthält Soja und ist daher nicht für Personen mit Sojaallergie geeignet. Weder ein Nahrungsergänzungsmittel noch ein Lebensmittel ersetzt eine abwechslungsreiche Ernährung und einen gesunden Lebensstil.

Fazit

Soja-Isoflavone sind Phytoöstrogene, die natürlicherweise in Soja vorkommen, und ihre Namen führen von der japanischen Soja zu einem europäischen Färberstrauch. Während der Natto-Fermentation gehen einige davon in die Aglykon-Form über. Die verfügbaren Daten stammen überwiegend aus Laborstudien und Beobachtungsstudien, die keinen kausalen Zusammenhang mit einer konkreten Wirkung beim Menschen belegen. Natto lässt sich als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung betrachten, nicht als Arzneimittel.

Häufig gestellte Fragen

Woher kommen die Namen Daidzein und Genistein?

Daidzein erhielt seinen Namen von „daizu“, dem japanischen Wort für Soja. Genistein wurde im 19. Jahrhundert aus dem Färberginster (Genista tinctoria) isoliert, einem europäischen Strauch zum Färben von Geweben, und sein lateinischer Name gab ihm seine Bezeichnung.

Was sind Aglykone der Isoflavone?

Das sind freie Formen der Isoflavone, die entstehen, wenn der an sie gebundene Zuckerrest während der Fermentation abgelöst wird. Das Wort „Aglykone“ bedeutet auf Griechisch „ohne Zucker“. In der Literatur wird beschrieben, dass sie sich von den gebundenen Formen hinsichtlich der Aufnahme unterscheiden.

Wie viele Isoflavone enthält eine Portion Natto?

Eine Portion Natto (ca. 50 g) liefert Isoflavone, zu einem großen Teil in der Aglykon-Form. Die genaue Menge hängt vom Rohstoff und vom Fermentationsverlauf ab.

Haben Soja-Isoflavone in der Europäischen Union bestätigte Wirkungen?

Nein. Soja-Isoflavone haben in der Europäischen Union keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe, weshalb eine sachliche Beschreibung auf Aufbau, Herkunft und das in Studien Gemessene beschränkt bleibt, nicht auf Wirkungen. Die verfügbaren Daten stammen überwiegend aus Laborstudien und Beobachtungsstudien.

Wer sollte beim Sojaverzehr Vorsicht walten lassen?

Vorsicht und eine ärztliche Rücksprache sind bei hormonabhängigen Erkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen sowie bei der Einnahme gerinnungshemmender Medikamente ratsam. Natto enthält Soja und ist daher nicht für Personen mit Sojaallergie geeignet.

Quellen

  1. Xiang A. et al. Determination of 14 Isoflavone Isomers in Natto by UPLC-ESI-MS/MS and Antioxidation and Antiglycation Profiles. Foods. 2022;11(15):2229. Link
  2. Ping SP. et al. Effect of Isoflavone Aglycone Content and Antioxidation Activity in Natto by Various Cultures of Bacillus subtilis During the Fermentation Period. J Nutr Food Sci. 2012. Link
  3. Nagata C. et al. Dietary soy and natto intake and cardiovascular disease mortality in Japanese adults: the Takayama study. Am J Clin Nutr. 2017;105(2): 426-431. Link
  4. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und Verordnung (EU) Nr. 432/2012; EU-Register für Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben.
Autor

Marek Kołodziejski

Założyciel manufaktury TonColor w Zielonej Górze i twórca polskiej technologii produkcji natto. Od lat fermentuje soję i opracował autorską metodę suszenia, na którą złożył zgłoszenie patentowe w UPRP. Pisze o tym, co zna z pierwszej ręki: o naturze natto, jego składnikach i procesie fermentacji, bez obietnic zdrowotnych.

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