Natto-Wissen

Fermentierte Soja und Langlebigkeit. Was die Studie von 2020 beschrieb

Marek Kołodziejski 4 min czytania
Związek spożycia soi ze śmiertelnością w badaniach żywieniowych

Kurz gefasst

Eine im The BMJ (2020) veröffentlichte Kohortenstudie beschrieb, dass in der japanischen Bevölkerung ein höherer Verzehr von fermentierter Soja (u. a. Natto und Miso) mit einer niedrigeren Gesamtmortalität einherging. Für nicht fermentierte Soja wurde kein vergleichbarer Zusammenhang beobachtet. Es handelt sich um eine Korrelation, keinen Beweis für einen kausalen Zusammenhang. Dieser Beitrag dient der Information und enthält keine Aussagen über die Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten.


Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

  • Die Studie umfasste mehr als 90.000 Personen in Japan, die im Durchschnitt etwa 15 Jahre lang beobachtet wurden.
  • In der Gruppe mit dem höchsten Verzehr fermentierter Soja lag das beobachtete Sterberisiko um etwa 10 % niedriger. Es handelt sich um eine Korrelation, keinen Beweis für einen kausalen Zusammenhang.
  • Für nicht fermentierte Soja (Tofu) wurde kein wesentlicher Zusammenhang festgestellt.
  • Die Autoren betonen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die eine Korrelation aufzeigt und keine Kausalität belegt.

Was fermentierte Soja auszeichnet

Die Fermentation von Soja, die u. a. durch Bacillus subtilis oder Aspergillus oryzae erfolgt, verändert das Profil des Produkts: Sie verbessert die Eiweißverdaulichkeit und erhöht den Gehalt an bioaktiven Verbindungen wie Nattokinase, Polyaminen und Isoflavonen. Dies ist eine Beschreibung der Zusammensetzung und des Prozesses, keine Aussage über eine gesundheitliche Wirkung. Keine dieser Verbindungen (außer Vitamin K) verfügt in der EU über eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe.


Wie die Studie durchgeführt wurde

Die Kohortenstudie umfasste mehr als 90.000 Japaner im Alter von 45 bis 74 Jahren. Der Beobachtungszeitraum betrug im Durchschnitt etwa 15 Jahre. Die Daten stammten aus dem Einwohnerregister sowie aus Sterbeurkunden, was eine hohe Zuverlässigkeit der Analyse gewährleistete.

SojaartBeispieleBeobachtung in der Studie
FermentiertNatto, MisoNiedrigere Gesamtmortalität in der Gruppe mit dem höchsten Verzehr
Nicht fermentiertTofuKein wesentlicher Zusammenhang
Soja insgesamtverschiedene FormenKein wesentlicher Zusammenhang mit der Gesamtmortalität

Zahlenmäßige Ergebnisse

Bei Personen mit dem höchsten Verzehr fermentierter Soja wurden folgende Hazard Ratios beobachtet:

  • Männer: HR = 0,90 (0,83 bis 0,97)
  • Frauen: HR = 0,89 (0,80 bis 0,98)

Das Ergebnis war statistisch signifikant (Ptrend < 0,05). Die Autoren weisen darauf hin, dass die Beobachtung die japanische Bevölkerung und ihre Ernährungsgewohnheiten betrifft und daher nicht ohne Weiteres auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen werden darf. Es handelt sich um eine Korrelation, keinen Beweis für einen kausalen Zusammenhang und kein Nachweis der Wirkung eines einzelnen Inhaltsstoffs.


Wie solche Ergebnisse zu interpretieren sind

Beobachtungsstudien zeigen das gemeinsame Auftreten von Phänomenen, klären jedoch nicht deren Ursache. Die niedrigere Sterblichkeit in Bevölkerungsgruppen mit hohem Verzehr fermentierter Soja wird wahrscheinlich vom gesamten Lebensstil beeinflusst und ist nicht auf ein einzelnes Produkt zurückzuführen. Ergebnisse dieser Art sind daher als Ausgangspunkt für weitere Forschung zu betrachten, nicht als Bestätigung gesundheitlicher Eigenschaften von Natto oder Miso.


Wie fermentierte Soja in die Ernährung einbezogen werden kann

Fermentierte Soja lässt sich auf verschiedene Arten in den Speiseplan integrieren. Natto wird am besten roh, mit Reis oder Gemüse verzehrt. Miso eignet sich als Grundlage für Suppen und Soßen. Tempeh bewährt sich in warmen Gerichten. Bereits einige Portionen pro Woche reichen aus, damit fermentierte Soja Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung werden kann.


Ist Tofu ebenfalls wertvoll

Tofu ist eine gute Quelle für pflanzliches Eiweiß und Calcium. Es ist kein fermentiertes Produkt und enthält daher nicht die Enzyme und Bakterienkulturen, die in Natto oder Miso vorhanden sind. Es kann eine Ergänzung der Ernährung sein, weist jedoch ein anderes Profil auf als fermentierte Produkte.


Fazit

Die Studie von 2020 beschreibt eine Korrelation zwischen dem Verzehr fermentierter Soja und einer niedrigeren Gesamtmortalität in der japanischen Bevölkerung. Sie belegt keinen kausalen Zusammenhang und berechtigt nicht dazu, Natto oder Miso konkrete gesundheitliche Eigenschaften zuzuschreiben. Sie bleibt ein wertvoller Ausgangspunkt für alle, die sich für traditionelle Sojaprodukte interessieren.


Wissenschaftliche Quelle

Katagiri R. et al. (2020). Association of soy and fermented soy product intake with total and cause specific mortality: prospective cohort study. The BMJ, 29 January 2020.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7190045/


FAQ

Verlängert fermentierte Soja das Leben?

Die Studie beschreibt eine Korrelation zwischen ihrem Verzehr und einer niedrigeren Gesamtmortalität in der japanischen Bevölkerung. Sie belegt jedoch keinen kausalen Zusammenhang.

Kann Natto durch Tofu ersetzt werden?

Tofu ist nicht fermentiert und weist ein anderes Inhaltsstoffprofil als Natto auf. Es handelt sich um unterschiedliche Produkte.

Wie oft sollte man Natto oder Miso essen?

Einige Male pro Woche, als Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung. Das ist eine Frage der individuellen Vorlieben.

Enthält Miso viel Salz?

Ja, Miso enthält Salz. Personen, die ihre Natriumzufuhr einschränken, sollten dies berücksichtigen.

Enthalten fermentierte Produkte lebende Bakterienkulturen?

Ja, Natto und Miso enthalten Bakterienkulturen, die aus dem Fermentationsprozess stammen.

Dieser Beitrag wurde vom Team von Natto.pl erstellt. Er dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Natto ist ein Lebensmittel und kein Arzneimittel.

Autor

Marek Kołodziejski

Założyciel manufaktury TonColor w Zielonej Górze i twórca polskiej technologii produkcji natto. Od lat fermentuje soję i opracował autorską metodę suszenia, na którą złożył zgłoszenie patentowe w UPRP. Pisze o tym, co zna z pierwszej ręki: o naturze natto, jego składnikach i procesie fermentacji, bez obietnic zdrowotnych.

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